Wichtige, allgemeine Processing Syntaxregeln:

 

Zur besseren Übersicht sind die Code-Zeilen in den Beispielen blau markiert

 

Semikolon

Eine Anweisung (Befehl) wird immer mit einem Semikolon abgeschlossen. Beispiel:

rect(1032,230,46,22); 

 

Zeilenumbruch

Eine Befehlszeile darf umgebrochen werden. Dies macht Sinn bei langen Zeilen. Erst wenn der Compiler ein Semikolon findet, erkennt er das Ende der Anweisung:

rect(1032,230,

46,22); 

 

Leerzeichen

Die Anzahl der Leerzeichen innerhalb einer Befehlszeile ist unmaßgeblich. Man könnte theoretisch also auch schreiben:     rect   ( 1032 , 230, 46      ,         22)   ;

 

Mehrere Anweisungen pro Zeile

Mehrere Anweisungen pro Zeile dürfen, natürlich wieder durch Semikolon getrennt, in eine Zeile geschrieben werden:    fill(0,0,0); stroke (255,0,255); rect(100,100,80,40);

 

Kommentare

Kommentaren muss ein Doppleslash vorangestellt sein:

// Dies ist ein Kommentar.

 

Kommentare können auch nach einer Anweisung in der gleichen Zeile stehen

rect(1032,230,46,22);  // Dieser Befehl zeichnet ein Rechteck

 

Der Doppelslash gilt für alles, was ihm in der aktuellen Zeile folgt. Der folgende Befehl wird daher nicht ausgeführt:

// Dies ist ein Kommentar. rect(1032,230,46,22); 

 

Da der Kommentar aber nur für die aktuelle Zeile gilt, ist folgende Schreibweise möglich:

// Dies ist ein Kommentar. 

rect(1032,230,46,22); 

Der Befehl zum Zeichnen eines Rechtecks wird in diesem Falle ausgeführt.

 

Kommentare öffnen und Schließen

Soll ein Kommentar in eine Zeile eingefügt werden, so schreibt man /* zum Eröffnen, und */ zum Schließen des Kommentars:

rect(1032,230,46,22); /* das war das erste Rechteck */ rect(1032,270,46,22); // und dieses das zweite.

 

Beim zweiten Kommentar darf natürlich wieder das "//" -Zeichen verwendet werden, weil dahinter nichts mehr folgt.

 

Deaktivieren eines Code-Blocks

Um mehrere Zeilen eines Programmcodes zu Testzwecken zu deaktivieren, kann man ihn in einen Kommentar verwandeln. Um nicht den Doppelslash vor jede Zeile schreiben zu müssen, können Sie auch hier die Kombination von /* und */ verwenden: Einmal an den Anfang, und einmal ans Ende des Blocks.

 

 

Geschweifte Klammern

 

Geschweifte Klammern , also die Zeichen "{" und "}" werden in Processing für drei Zwecke verwendet:

 

1. Kennzeichnung von Funktionen

2. Kennzeichnung von Bedingungen 

3. Kennzeichnung von Schleifen

 

1. Funktionen

Die Klammern (öffnen, schließen) stehen hinter dem Funktionsnamen und enthalten den Code, der in der Funktion ausgeführt werden soll. Die Position der Klammern ist irrelevant. Sie sollten jedoch so gesetzt werden, dass die Funktion in übersichtlicher Weise dargestellt wird und als solche zu erkennen ist:

 

Unübersichtlich:

void funktion_1{

fill(0,0,0); stroke (255,0,255); rect(100,100,80,40);}

 

Übersichtlich (zusätzliches Einrücken der Zeilen):

void funktion_1

{

 

     fill(0,0,0);

     stroke (255,0,255);

     rect(100,100,80,40);

}

 

2. Bedingungen

Die if (then) - Bedingung besitzt in Processing eine ganz bestimmte Struktur: Die zu erfüllende Bedingung wird hinter "if" in runde Klammern gesetzt. Zwischen den nun folgenden, öffnenden und schließenden, geschweiften Klammern befinden sich die Aktionen, die bei erfüllter Bedingung ausgeführt werden.

 

Beispiel für eine auszuführende Aktion:

if ( a < 255)  { fill ( a, 0, 0); }  

 

 

Beispiel für mehrere Aktionen bei erfüllter Bedingung:

if ( a  <  256 )  

{

   fill ( a, 0, 0 );

   stroke (255,0,255 );

   rect (100,100,80,40 );

 

3. Schleifen

Betrachen wir die typische for-Schleife:

 

 noFill();

 stroke(0,255,255)

  for (k = 0; k <= 100; k+=2)

     {

          rect ( 300,300, k, k );

     }

Die Schleifenparameter befinden sich in den geschweiften Klammern hinter "for":

Die Schleife läuft von 0 bis 100 und wird bei jedem Durchlauf um 2 erhöht. Die Schleifenvariable sei k.

Das, was bei jedem Durchlauf geschehen soll, steht zwischen den geschweiften Klammern:

Das Programm zeichnet 100 Quadrate, deren Kantenlänge sich bei jedem Durchlauf um 2 erhöht.

 

Kombinationen

Eine durch Einrückungen und separate Klammerzeilen übersichtlich gestaltete Funktion könnte zum Beispiel wie folgt aussehen:

 

void zeichne_rechtecke ()

{

if ( a  <  256 )  

   {

        noFill();

        stroke(0,255,255)

       

        for (i = 0; i <= 100; i+=2)

            { rect ( 300,300,i,i ); }  // Die for-Klammern lassen sich natürlich auch so schreiben

    }

 

Tipp: Oft kann es vorkommen, dass man sich bei komplexen Programmen im Dickicht der geschweiften Klammern verirrt. Wenn man zum Beispiel aus Versehen eine geschweifte Klammer löscht oder dupliziert, gibt der Compiler leider oft nur unverständliche Fehlermeldungen aus und es ist dann sehr schwer, die Stelle zu finden, an der eine Klammer fehlt oder zuviel ist. Um den Überblick bei längerem Code zu behalten, habe ich mir angewöhnt, Kommentare hinter die schließenden Klammern zu schreiben:

 

        }  //  Ende for

    }      //  Ende if

 }         //  Ende Funktion